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Mein Weg, zurück zu mir

Aktualisiert: 24. Mai

Ich hab's dir versprochen. Den Anfang und wie der wirklich aussah.

Im letzten Beitrag hab ich dir erzählt, wie sich diese Fragen irgendwann ihren Weg gebahnt haben.

Zuerst leise, dann lauter und dann so laut, dass ich sie nicht mehr überhören konnte. Wer bin ich wirklich? Was will ich? Was fehlt mir? Fragen über Fragen und keine einzige Antwort.

Aber ich hab dir auch gesagt: Die richtigen Fragen zu haben, das war der Anfang und wie der aussah, erzähle ich dir hier.

falls du den letzten Blog Artikel noch nicht gelesen hast, hier kannst du ihn nachlesen: https://www.janinefrederich.de/post/zwischen-leben-arbeiten-funktionieren-und-der-frage-wo-die-lebensfreude-geblieben-ist


Ein Sommertag in Corona-Zeiten.

Ein Café in Potsdam, ein Mann, eine Rhabarberschorle und ein Kaffee, an den ich mich bis heute erinnere.

Und eine Erkenntnis auf meiner Couch, die mein Leben leise, aber endgültig verändert hat.

Ich dachte damals, der Schmerz wäre das Problem, heute weiß ich: Er war der Anfang.

Der Anfang meines Weges zurück zu mir.

Es war Sommer.

Corona-Zeit.

Eine Zeit, in der ohnehin alles stiller war als sonst. Die Welt hatte angehalten und plötzlich war da diese ungewohnte Stille, in der man nicht mehr so leicht wegrennen konnte.

Nicht vor der Welt und schon gar nicht vor sich selbst.

Draußen war es warm.

Eher heiß und es war einer dieser Tage, an denen das Leben von außen betrachtet leicht wirkt. Die Sonne scheint, Menschen sitzen draußen, irgendwo riecht es nach Kaffee, nach Wasser und nach Sommer.

Und trotzdem wusste etwas in mir: Dieser Tag wird nicht leicht.

Ich war damals in einer Beziehung.

Er wollte, dass ich zu ihm nach Berlin komme aber schon am Telefon spürte ich, dass etwas nicht stimmt.

Nicht klar benennbar, nicht logisch und schon gar nicht so, dass ich es hätte beweisen können.

Aber mein Körper wusste es.

Dieses leise Ziehen irgendwo zwischen Bauch und Brust, dieses innere Wissen, das keine langen Sätze braucht, dieses Gefühl, das man oft wegdrückt, weil der Kopf noch eine Erklärung will.

Ich schlug vor, dass wir uns auf halber Strecke treffen.

Er wohnte in Berlin, Ich in Brandenburg an der Havel. Also trafen wir uns in Potsdam.

Als ob die halbe Strecke irgendetwas abfedern könnte, als ob weniger Kilometer bedeuten würden, dass es weniger wehtut.

Tat es nicht.

Ich erinnere mich an dieses kleine Café direkt am Wasser.

Die Sonne schien mir ins Gesicht und wärmte eine Stimmung in mir, die längst gedämpft war, um uns herum Stimmen und Gläser die Klirrten, Schritte von Spaziergängern, Boote auf dem Wasser und Menschen, die wahrscheinlich einfach einen schönen Sommertag hatten.

Und ich saß da mittendrin, In einer Energie, die ich nicht erklären konnte, aber ich wusste, was kommen würde.

Der Kellner kam und fragte, was wir bestellen möchten.

Ich bestellte einen Kaffee und eine Rhabarberschorle.

Ich weiß das bis heute so genau, so, als würde sich das Gehirn an die kleinen Dinge klammern, wenn die großen zu groß werden.


Ich versuchte, die Tränen zurückzuhalten.

Dieses leichte Brennen in den Augen, wenn man noch funktionieren möchte, obwohl der Körper längst verstanden hat, dass gleich etwas bricht.

Der Kellner brachte unsere Bestellung.

Der Geruch von frisch gemahlenem Kaffee stieg mir in die Nase und Ich hielt mich an dieser Tasse fest, als könnte sie mich irgendwie stabilisieren.

Wir saßen wir uns gegenüber.

Ich wusste es, bevor er den Mund aufmachte.

Dieses Wissen lässt sich nicht erklären. Es sitzt nicht im Kopf, es sitzt irgendwo tiefer. Zwischen Magen und Brust, ganz still, ganz ruhig.

Und es flüstert: Gleich.

Dann sagte er:

„Janine, es ist vorbei. Das mit uns passt nicht mehr.“

Und dann war es vorbei.

Von jetzt auf gleich.

Als hätte etwas, das eben noch irgendwie existiert hatte, plötzlich keinen Platz mehr.

Natürlich passiert so etwas vielen Menschen irgendwann im Leben.

Eine Trennung, ein Ende, ein Mensch der geht.

Aber für mich war es nicht nur dieser eine Moment.

Es war nicht nur dieser eine Mann.

Es war dieses Gefühl von: Schon wieder.

Schon wieder diese Dynamik.

Schon wieder dieses Ende.

Schon wieder dieses innere Zusammenfallen.

Schon wieder dieses Gefühl, nicht zu verstehen, warum sich etwas wiederholt, obwohl man doch jedes Mal hofft, diesmal wäre es anders.

Ich saß da, spürte die Tränen in meinen Augen und versuchte trotzdem, irgendwie Haltung zu bewahren.

Dann verabschiedete ich mich.

Ich ging zu meinem Auto, setzte mich hinein, drehte die Musik laut auf und fuhr nach Hause.

Nicht, weil die Musik geholfen hätte.Sondern weil Stille in diesem Moment zu ehrlich gewesen wäre.

Zuhause angekommen, steckte ich den Schlüssel ins Schloss, ließ die Tür hinter mir zufallen und dachte nur:

Was für ein Scheißtag.


Und dann kam diese andere Frage:

Warum schon wieder?

Ich machte mir einen Kaffee.

Nicht, weil ich Lust auf Kaffee hatte sondern weil der Körper manchmal einfach weitermacht, wenn innerlich alles stehen bleibt.

Als würde Routine irgendetwas festhalten können, was gerade zerbricht.

Ich setzte mich auf meine Couch und hielt meine Tasse Kaffee in der Hand.

Draußen war es noch warm und hell. Die Sonne stand noch hoch, als wäre nichts passiert.

Und ich saß da, In meiner Wohnung mit dieser dumpfen Stille, die sich in jeden Winkel legt, wenn man alleine ist und gleichzeitig viel zu viel in sich trägt.

Ich ließ meiner Trauer freien Lauf.


Endlich.

Nicht mehr im Café.

Nicht mehr unter Menschen.

Nicht mehr meine Tränen zurück halten.

Nicht mehr zusammenreißen.

Heute weiß ich: Niemand sollte sich für seine Gefühle schämen müssen. Damals fühlte es sich trotzdem so an, als müsste ich warten, bis niemand mehr zuschaut.

Als wäre Trauer in der Öffentlichkeit etwas, wofür man sich entschuldigen muss.

Aber auf dieser Couch musste ich nichts mehr halten.

Und dann kam sie, diese eine Frage:

Warum immer wieder dasselbe?

Nicht: Warum er?

Nicht: Warum jetzt?

Nicht: Warum passiert mir das?

Sondern viel tiefer, unbequemer aber ehrlich


Warum wiederholt sich das in meinem Leben? früher war das doch auch nicht so

Mein Kopf ratterte.

Bilder.

Erinnerungen.

Situationen.

Gespräche.

Männer.

Dynamiken.

Der Mann davor, der davor, und der davor.

Es war, als würde in mir ein Film ablaufen, den ich nicht stoppen konnte.

Und plötzlich sah ich nicht mehr nur einzelne Menschen.

Ich sah ein Muster.

Eine Wiederholung.

Eine Melodie, die ich irgendwann auswendig kannte, obwohl ich sie nie bewusst gelernt hatte.

Und genau da wurde mir klar:

Irgendetwas stimmt nicht.

Aber nicht mit dem Leben.

Nicht nur mit den Männern.

Nicht mit diesem einen Tag.

Sondern mit meinen Mustern.

Mit dem, was ich unbewusst gewählt hatte.

Mit dem, was ich ausgehalten hatte.

Mit dem, was ich über Liebe, Nähe, Harmonie und meinen eigenen Werte gelernt hatte.

Das war kein schöner Moment.

Aber ein ehrlicher.

Vielleicht einer der ehrlichsten meines Lebens.

Denn zum ersten Mal hörte ich auf, nur im Außen nach der Antwort zu suchen.

Ich fragte nicht mehr nur:

Warum tun andere mir das an?

Sondern:

Was in mir kennt diese Dynamik so gut, dass ich immer wieder dort lande?

Und diese Frage hat alles verändert.

Nicht sofort.

Nicht dramatisch und auch nicht mit einem Lichtstrahl von oben und Engelschor im Hintergrund.

Es war viel unspektakulärer.

Ich saß einfach auf meiner Couch mit kaltem Kaffee und mit geschwollenen Augen an einem Sommertag vor dem Fenster, der so tat, als wäre alles normal.

Und in mir wurde etwas klar:


So geht es nicht weiter.

Ich hatte Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität schon früher berührt.

Das erste Mal mit ungefähr fünfzehn oder sechzehn Jahren.

Damals fand ich es spannend, neu und irgendwie aufregend aber es war noch nichts, was mich wirklich durch mein Leben getragen hat.

Später, ungefähr 2012, kam ich erneut damit in Kontakt, durch einen Reiki-Meister, den ich im Fitnessstudio kennenlernte.

Auch damals spürte ich, dass sich etwas in mir bewegte.

Aber ich war noch nicht stabil genug, um wirklich bei mir zu bleiben.

Ich stand nicht zu mir und Ich ließ mich schnell verunsichern.

Ich passte mich an.

Ich überging mich selbst, um Harmonie zu wahren.

Und wenn man sich selbst ständig übergeht, wird es schwer, der eigenen Wahrheit zu folgen.

Heute hätte ich meinem damaligen Ich gerne gesagt:

Wenn du dich veränderst, werden Menschen dich nicht immer verstehen.

Manche werden dich schräg anschauen.

Manche werden dich belächeln.

Manche werden dich für komisch halten.

Manche werden irritiert sein, wenn du nicht mehr so funktionierst wie früher.

Aber das bedeutet nicht, dass du falsch bist.

Es bedeutet nur, dass du anfängst, dir selbst näherzukommen.

Und nicht jeder kann mitkommen, wenn ein Mensch aufhört, sich selbst zu verlassen.


Zurück zu diesem Tag.

An diesem Abend habe ich kein Buch aufgeschlagen.

Ich habe keine Lösung gesucht.

Keinen Plan gemacht.

Keine große Entscheidung getroffen.

Ich habe einfach nur gesessen.

Mit meinem Kaffee, der irgendwann kalt wurde und mit der Sonne, die langsam unterging. und mit dieser einen Erkenntnis, die sich ganz leise in mir festsetzte:


Ich muss verstehen, warum ich mich immer wieder verliere, im außen und in allem und jedem

Nicht, um mich zu optimieren.

Nicht, um endlich perfekt zu werden.

Sondern um mich selbst nicht länger als Zufall meines Lebens zu behandeln.

Die Bücher kamen später.

Veit Linda, Laura Malina Seiler und viele andere.

Abend für Abend saß ich auf dieser Couch.

Nach der Arbeit, vor der Arbeit, nach dem Training, manchmal müde, manchmal wach, manchmal voller Hoffnung und manchmal völlig überfordert.

Ich las Seiten, die ich manchmal dreimal lesen musste, weil meine Gedanken immer wieder abschweiften oder ich es nicht wirklich in der Tiefe verstand und wer mich kennt weiß das ich tiefe verstehen möchte, die Wahrheit hinter der Wahrheit.


Und langsam begann ich zu verstehen:

Da arbeitet etwas in mir, das ich lange nicht gesehen hatte.

Alte Überzeugungen.

Unbewusste Konditionierungen.

Schutzmechanismen.

Muster, die ich nie bewusst gewählt hatte, die aber trotzdem mein Leben mitbestimmten.

Jede Entscheidung.

Jede Beziehung.

Jede Dynamik.

Jedes Ja, obwohl innerlich alles Nein schrie.

Keines dieser Bücher hat mein Leben für mich verändert.

Aber sie haben mir gezeigt, wo ich anfangen muss hinzuschauen.


Nach innen.

Und während ich nach mir selbst suchte, wurde da noch eine andere Frage lauter.

Ist das wirklich alles?

Geboren werden.

Kindergarten.

Schule.

Ausbildung.

Arbeiten.

Funktionieren.

Anpassen.

Durchhalten.

Irgendwann Urlaub.

Dann wieder funktionieren.

Really?

War das das Leben?

Oder gab es da noch etwas anderes?

Etwas, das echter ist.

Freier.

Bewusster.

Etwas, das sich mehr nach mir anfühlt.

Ich merkte: Ich suchte nicht nur Heilung von Beziehungsschmerz.

Ich suchte ein Leben, das wirklich zu mir passt.

Ein Leben, in dem ich nicht nur reagiere.

Nicht nur funktioniere.

Nicht nur versuche, alles richtig zu machen.

Nicht nur darauf warte, dass irgendetwas im Außen mich endlich erfüllt.

Ich begann zu verstehen:

Niemand kommt, um mich zu retten.

Nicht der richtige Mann.

Nicht das perfekte Buch.

Nicht der nächste Job.

Nicht irgendein äußerer Umstand.

Wenn sich mein Leben verändern sollte, dann musste ich anfangen, mich selbst zurück zu mir zu verändern und mich wirklich kennenzulernen.

Meine Gedanken.

Meine Muster.

Meine Prägungen.

Meine Entscheidungen.

Meine Wahrheit.

Und genau dieser Weg führte mich später, im April 2024, in meine Online-Ausbildung zu den Themen Bewusstsein, Selbstverständnis und Numerologie, eine Ausbildung die mir Werkzeuge an die Hand gab, die ich bis heute nutze. Werkzeuge die mir halfen zu verstehen, warum ich so reagiere wie ich reagiere. Warum ich bestimmte Menschen anziehe. Warum sich bestimmte Muster wiederholten. Und wie ich aufhöre, gegen mich selbst zu kämpfen.

Nicht als Abkürzung.

Sondern als weiterer Schritt auf einem Weg, der an diesem Sommertag begonnen hatte.

Nicht im Licht sondern mitten im Schmerz, denn Wachstum passiert nicht wenn alles schön ist sondern wenn wir aufhören weg zu schauen und wenn wir nicht von selbst hinschauen, wird uns unsere Seele etwas liefern, damit wir hinschauen und viele nennen das dann Schicksal.


Ich denke manchmal an diesen Tag zurück und bin voller Demut und erfüllt voller Dankbarkeit, das ich durch diesen Tag die Chance in meinem Leben bekam genauer hinzuschauen

Lange dachte ich, dieser Tag war einer der schwersten meines Lebens.

Heute sehe ich ihn anders.

Nicht, weil der Schmerz nicht real war.

Er war real.

Jede Träne.

Jeder ratternde Gedanke.

Jedes Warum.

Jedes Gefühl von Verlassenwerden.

Jede Sekunde, in der ich nicht wusste, wohin mit mir.

All das war echt.

Aber heute weiß ich:

Der Schmerz war nicht das Problem, der Schmerz war der Wegweiser.

Er hat mich dorthin geführt, wo ich freiwillig wahrscheinlich nie hingegangen wäre.

Nach innen.

In die Stille.

In die Fragen, die ich so lange überhört hatte, weil das Leben draußen immer lauter war.

Solange wir Schmerz nur vermeiden wollen, vermeiden wir oft auch die Erkenntnis, die in ihm steckt.

Und genau das ist das Unbequeme daran aber auch das Befreiende.

Denn manchmal kommt Schmerz nicht, um uns zu zerstören.

Manchmal kommt er, weil etwas in uns nicht länger übergangen werden will.

Weil eine alte Version von uns nicht mehr weiterleben kann.

Weil unser Inneres längst weiß:

So wie bisher geht es nicht mehr.


Vielleicht kennst du dieses Gefühl.

Diesen Schmerz, den du immer wieder wegschiebst.

Diese Frage, die du lieber nicht zu Ende denkst.

Diese Wiederholung in deinem Leben, die du dir schönredest, obwohl du tief in dir längst spürst, dass sie dir etwas zeigen will.

Vielleicht gibt es auch bei dir diesen einen Bereich, in dem du immer wieder an denselben Punkt kommst.

Andere Menschen.

Andere Situationen.

Andere Umstände.

Aber innerlich dieselbe Dynamik.

Und vielleicht ist genau dieser Schmerz nicht einfach nur etwas, das weg muss sondern ein Hinweis um genauer hin zu schauen und damit meine ich nicht auf das scheitern sondern auf die Stelle, an der du dich selbst zurück zu dir wiederfinden darfst.

Ich sage nicht, dass Hinschauen leicht ist.

Ist es nicht.

Es ist unbequem, herausfordernd aber es ist auch der Anfang von etwas, das viel echter ist als jedes Wegdrücken.

Denn auf der anderen Seite dieser Frage wartet nicht noch mehr Schmerz.

Da wartest du.

Nicht die Version von dir, die immer funktioniert.

Nicht die Version, die es allen recht macht.

Nicht die Version, die sich selbst verlässt, um geliebt zu werden.

Sondern du.

Echter und klarer als jemals zuvor.

Und vielleicht beginnt genau dort dein Weg zurück zu dir.

Nicht dort, wo alles leicht ist.

Sondern dort, wo du aufhörst, vor dir selbst wegzulaufen.


Eine Frage, die ich dir gerne mitgeben möchte ist:

Welchem Schmerz weichst du gerade aus, obwohl er dich vielleicht zu dir zurückführen will?


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