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Zwischen Leben, Arbeiten, Funktionieren und der Frage, wo die LebensFreude geblieben ist

Ich erinnere mich noch an dieses Gefühl.

Als Kind war alles neu. Alles interessant. Alles irgendwie aufregend, auch das Kleine, das Alltägliche.

Ein Käfer auf dem Boden, die nackten Füße die in den Pfütze stampften nach dem Regen, der erste Schnee im Winter und der erste Schneemann der gebaut wurde, Herbstblätter in denen wir uns vergraben haben und ganze Höhlen gebaut haben, einfach so, weil es sich gut anfühlte, auf einer Spielzeugküche mit 2 Herdplatten aus Plastik habe ich Spiegeleier gebraten und sie gegessen, als wären sie echt, meiner Schwester habe ich gerne Nachts wenn sie schlief die Füße gekitzelt und wenn sie davon wach wurde, bin ich schnell in mein Bett gesprungen und habe so getan als wenn ich schlafe,

Ich erinnere mich an die Fahrten mit Oma und Opa an die Ostsee. An den ersten Familienurlaub in Frankreich. Wie aufgeregt ich war. Eine neue Welt, ein neues Klima. Menschen, die anders sprachen, anders rochen, anders lachten, dann Spanien, Marokko und die Türkei, die richtige Reihenfolge weiß ich gar nicht mehr genau, aber ich weiß noch, wie es sich angefühlt hat. Dieses Kribbeln, wenn man zum ersten Mal etwas sieht, was man noch nie gesehen hat.

Der Alltag zu Hause verlief sehr unkompliziert - nachmittags haben wir uns in der Schule verabredet. Kein Telefon, kein Internet, kein "ich schreib dir später." Einfach: Treffen wir uns um drei? Jaaaaaa, Und dann waren wir da und haben gelebt im Hier und jetzt, ohne über das später nachzudenken, geschweige an das " Morgen". Alles was zählte war " das JETZT "


In der Schule lernen wir, wie wir funktionieren, wie wir uns anpassen, wie wir Leistung bringen, wie wir gehorchen, wie wir leise sind, das unsere Meinung keinen Wert hat, Wie und was Wir fühlen? scheinbar uninteressant davon war und ich weiß nicht, wie es heute ist aber wenn ich mich umhöre bei meinen Kollegen, scheint es heute nicht besser als damals zu sein. Es wird nur das gelehrt was einen fleißigen und funktionierenden Arbeiter( in) ausmacht.


dabei wäre es mindestens genauso wichtig zu lernen,

  • Wie funktionieren Steuern und Finanzen

  • Wie eröffne ich ein Konto und manage mein Geld

  • Wie beantrage ich Sozialleistungen wenn ich sie brauche

  • Wie funktioniert eine Krankenversicherung

  • Wie kommuniziere ich wenn es schwierig wird

  • Wie setze ich gesunde Grenzen

  • Wie erkenne ich toxische Beziehungen

  • Wie löse ich Konflikte ohne zu schweigen oder zu explodieren

  • Wie sage ich Nein ohne Schuldgefühl

  • Wie gehe ich mit meinen Gefühlen um

  • Wie erkenne ich meine eigenen Muster

  • Wie komme ich mit Scheitern klar

  • Wie gehe ich mit Druck und Stress um

  • Wie finde ich heraus was ich wirklich will

  • Wie erkenne ich wann ich Hilfe brauche

  • Was braucht mein Körper wirklich

Wir lernen, wie wir funktionieren. Aber nicht, wie wir leben.

Und das ist der Unterschied, der alles verändert.

Dabei weiß ich heute: Die größte Schule im Leben ist das Leben selbst. Kein Lehrer, kein Buch, kein Kurs kann uns das abnehmen was wir selbst erfahren müssen. Theorie können wir lesen aber leben müssen wir es. Und genau darin liegt eine der wertvollsten Erkenntnisse, die ich je gemacht habe.,


Ich weiß noch genau, wie es war, als ich ausgezogen bin.

Endlich mein eigenes Leben. Meine eigenen Regeln. Ich war so aufgeregt, so frei und gleichzeitig so unvorbereitet.

Denn plötzlich stand ich da und dachte: Wie bezahle ich nächsten Monat eigentlich die Miete?

Nebenjob, Ausbildung, Wohnung, irgendwie essen, irgendwie funktionieren. Das war der erste echte Schlag ins Gesicht. Der Moment, in dem ich verstanden habe: Das Leben ist nicht so einfach, wie es einem immer vorgespielt wird.

Und trotzdem, es gab auch viel Lebensfreude, denn vieles war Neu und aufregend, genauso wie als 7 jähriges Mädchen. Die erste große Liebe, Viele Reisen, große Erlebnisse, eine der schönsten Liebesgeschichten meines Lebens, in der Dominikanischen Republik. Das Leben war bunt, auch wenn es gleichzeitig hart war.

Aber irgendwann schleicht sich diese Frage ein, ganz Leise aber dennoch Hartnäckig.


IST DAS WIRKLICH ALLES ?


Ich wollte mehr vom Leben.

War mir damals bewusst, das das Leben noch so viel mehr zu bieten hat?

meine ehrliche Antwort: NEIN

alles was ich fühlte, war das es mehr geben muss aber ich wusste nicht genau was und ich fing an zu hinterfragen.


Ich hinterfragte den Plan Gottes !

gibt es überhaupt einen Plan Gottes oder ist es doch eher mein Plan? aber was ist denn mein Plan?

Was sind meine Ziele?

Was will ich vom Leben?

Wer bin ich wirklich?

Was macht mir denn aus meinem tiefsten herzen Freude?

Was möchte ich in meinem Leben verändern?

Wie soll sich mein Leben anfühlen?

Was habe ich schon als Kind gerne getan?

Wo möchte ich mich in 5 Jahren sehen?


Fragen über Fragen

Ich hatte damals keine Antworten aber ich hatte endlich die richtigen Fragen. Und das war der Anfang. Wie der aussah, davon erzähle ich dir im nächsten Beitrag.


Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch.

Dieses leise Wissen, dass irgendwas fehlt aber du weißt nicht genau was.

Du funktionierst, du erledigst, du schaffst das alles irgendwie.

Aber lebst du auch?

Wir wurden so lange konditioniert, so lange angepasst, so lange auf Funktionieren getrimmt, dass wir irgendwann gar nicht mehr wissen, was uns wirklich Freude macht. Was wir wirklich wollen. Wer wir wirklich sind, jenseits von Leistung und Erwartungen.

Und dann warten wir.

Auf irgendwann. Wenn der Job besser wird. Wenn die Kinder größer sind. Wenn endlich mehr Zeit da ist. Wenn das Business läuft. Wenn die Beziehung stimmt. Wenn der richtige Partner da ist. Wenn ich endlich abnehme. Wenn ich mehr Geld habe. Wenn ich weniger Stress habe. Wenn ich erst mal umgezogen bin. Wenn der Sommer kommt. Wenn die Kinder aus dem Haus sind. Wenn ich in Rente gehe. Wenn alles perfekt ist.

Aber das Irgendwann kommt nicht.

Es kommt immer nur das nächste Jetzt.

Das ist die Erkenntnis, die mir niemand beigebracht hat, sondern die ich mir selbst erarbeiten musste, durch Fehler, durch Erschöpfung, durch den Moment, in dem ich gemerkt habe, dass ich an meinem eigenen Traum vorbeilebe, weil ich nur noch für ihn arbeite.

Ich baue mir gerade etwas auf, neben meinem Vollzeitjob, meinen eigenen Weg.

Etwas das wirklich meins ist.

Und ich sag dir ehrlich: Es ist nicht leicht.

Egal wofür du gerade alles gibst, für deinen Traum, für deine Familie, für deinen Neuanfang. Wer dir erzählt dass es leicht ist, lügt dich an.

Denn irgendwann merkst du, dass du nur noch gibst, nur noch funktionierst, nur noch schaffst. Und genau da lauert die nächste Falle, denn wenn du nur noch machst, verlierst du wieder, was du eigentlich gesucht hast.

Die Freude. Den Moment. Das Leben.

Die wichtigste Erkenntnis, die ich dir mitgeben möchte, ist diese:

Du musst nicht warten, bis alles perfekt ist, um anzufangen zu leben.

Nicht erst wenn die Kinder groß sind, nicht erst wenn der richtige Partner da ist, nicht erst wenn du es dir "verdient" hast, nicht erst wenn... denn all das sind nur Ausreden.

Ausreden, die dich davon abhalten, dir selbst die Erlaubnis zu geben glücklich zu sein.

Jetzt. Genau so wie du bist.

Und meine Frage an dich:

Wartest du gerade auf dein Irgendwann oder erlaubst du dir, jetzt zu leben?


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